Ratgeber

FAQ Ausbildung: Die wichtigsten Fragen & Antworten

Vom Schulabschluss bis zur Abschlussprüfung – rund um die Ausbildung in Deutschland tauchen viele Fragen auf. Hier findest du Antworten zu Bewerbung, Vertrag, Gehalt, Berufsschule, Prüfungen und Karrierechancen – übersichtlich nach Themen sortiert.

Grundlagen zur Ausbildung

Was eine duale oder schulische Ausbildung bedeutet, wie lange sie dauert und ab wann du starten kannst.

Was ist eine duale Ausbildung?

Bei der dualen Ausbildung lernst du parallel im Betrieb und in der Berufsschule. Du arbeitest praxisnah mit, erhältst eine Ausbildungsvergütung und schließt mit einer staatlich anerkannten Prüfung ab – zum Beispiel vor der IHK oder HWK.

Wie lange dauert eine Ausbildung in Deutschland?

Die Regelausbildungszeit liegt meist zwischen zwei und dreieinhalb Jahren, je nach Beruf und Ausbildungsordnung. Durch gute Leistungen, Vorbildung oder einen höheren Schulabschluss kann die Ausbildung oft verkürzt werden.

Welchen Schulabschluss brauche ich für eine Ausbildung?

Das hängt vom Beruf und Unternehmen ab. Manche Ausbildungen sind mit Hauptschulabschluss möglich, andere verlangen Realschulabschluss oder Abitur. In der Stellenanzeige steht, welcher Abschluss vorausgesetzt wird – bewirb dich trotzdem, wenn dich der Beruf interessiert.

Bin ich zu jung oder zu alt für eine Ausbildung?

Nach Erfüllung der Schulpflicht kannst du grundsätzlich eine Ausbildung beginnen. Es gibt kein gesetzliches Höchstalter – rechtlich darf niemand allein wegen des Alters ausgeschlossen werden. Nur in wenigen Berufen (z. B. Feuerwehr) gibt es Altersgrenzen.

Was ist der Unterschied zwischen Ausbildung und dualem Studium?

Bei der dualen Ausbildung erlangst du einen anerkannten Ausbildungsberuf. Beim dualen Studium studierst du an einer Hochschule und sammelst Praxis im Unternehmen – der Abschluss ist ein Studienabschluss. Beides kann sich ergänzen; manche Modelle kombinieren Ausbildung und Studium.

Kann ich eine Ausbildung ausschließlich online machen?

Nein, eine reine Online-Ausbildung ist in Deutschland nicht möglich. Seit 2024 dürfen Ausbildungsinhalte aber in angemessenem Umfang mobil vermittelt werden – der Betrieb und die Berufsschule bleiben jedoch zentral.

Bewerbung & Unterlagen

So bewirbst du dich richtig – von Anschreiben und Lebenslauf bis zur Online-Bewerbung.

Wie bewerbe ich mich für eine Ausbildung?

Typisch sind Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse als PDF. Viele Unternehmen nehmen Bewerbungen online entgegen – auch über spezialisierte Ausbildungsportale wie Go-Ausbildung. Achte darauf, dass alle Unterlagen vollständig und fehlerfrei sind.

Brauche ich ein Bewerbungsfoto?

Seit 2006 ist ein Foto nicht mehr Pflicht. Es kann dennoch einen guten Eindruck machen – informiere dich über aktuelle Empfehlungen. Wichtiger sind aussagekräftiges Anschreiben, strukturierter Lebenslauf und passende Zeugnisse.

Muss ich meine Bewerbung unterschreiben?

Ja, auch bei Online-Bewerbungen solltest du Anschreiben und Lebenslauf unterschreiben – am einfachsten mit einer eingescannten Unterschrift im PDF.

Was mache ich, wenn es keine freien Stellen für meinen Wunschberuf gibt?

Das Angebot ändert sich laufend. Suche regelmäßig, erweitere den Suchradius und abonniere Benachrichtigungen für deinen Wunschberuf. Viele Portale informieren per E-Mail oder Push, sobald neue Stellen online gehen.

Kann ich mich aus dem Ausland für eine Ausbildung in Deutschland bewerben?

Als EU-Bürger:in kannst du dich in der Regel ohne besondere Hürden bewerben – idealerweise mit deutschen Unterlagen. Aus Nicht-EU-Ländern gelten zusätzliche Voraussetzungen (Aufenthaltstitel, Sprachniveau). Informiere dich frühzeitig bei der zuständigen Ausländerbehörde.

Welches Deutsch-Niveau brauche ich?

Wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist, solltest du mindestens Niveau B2 anstreben. Berufsschule und Betrieb finden fast immer auf Deutsch statt. Sprachkurse – etwa beim Goethe-Institut – helfen bei der Vorbereitung.

Ausbildungsvertrag & Rechte

Probezeit, Kündigung, Urlaub und Arbeitszeit – was im Vertrag stehen sollte und welche Rechte du hast.

Worauf muss ich beim Ausbildungsvertrag achten?

Prüfe Dauer, Vergütung, Arbeitszeiten, Urlaub, Probezeit und die genaue Bezeichnung des Ausbildungsberufs. Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) schreibt vor, welche Inhalte im Vertrag stehen müssen. Lies alles sorgfältig, bevor du unterschreibst.

Wie lange dauert die Probezeit?

Die Probezeit beträgt mindestens einen und höchstens vier Monate. In dieser Zeit können Betrieb und Azubi das Verhältnis ohne Angabe von Gründen und ohne Kündigungsfrist beenden. Verlängert werden darf sie nur, wenn du mehr als ein Drittel der Probezeit krankheitsbedingt verpasst hast.

Wie kann ich meine Ausbildung kündigen?

Während der Probezeit ist eine fristlose Kündigung möglich. Danach kannst du mit einer Frist von vier Wochen kündigen – etwa wegen Berufswechsel. Ein Aufhebungsvertrag ist im gegenseitigen Einvernehmen möglich; Minderjährige brauchen die Zustimmung der Erziehungsberechtigten.

Wie viel Urlaub steht mir als Azubi zu?

Du hast Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Die Anzahl der Tage hängt unter anderem von deinem Alter ab – typischerweise zwischen 24 und 30 Werktagen pro Jahr. Details stehen in deinem Ausbildungsvertrag oder im Bundesurlaubsgesetz.

Wie viele Stunden darf ich als Azubi arbeiten?

Unter 18 Jahren: maximal 8 Stunden pro Tag und 40 Stunden pro Woche. Ab 18 Jahren: maximal 48 Stunden pro Woche, im Durchschnitt über 6 Monate höchstens 8 Stunden täglich. Die genauen Zeiten stehen in deinem Vertrag.

Muss ich mir Ausbildungsmittel selbst kaufen?

Der Betrieb muss dir die für die Ausbildung nötigen Mittel kostenlos zur Verfügung stellen – etwa Werkzeuge, Arbeitskleidung oder Fachliteratur für den Betrieb. Schulbücher und Hefte für die Berufsschule musst du in der Regel selbst besorgen.

Was kann ich bei Problemen in der Ausbildung tun?

Sprich zuerst mit Ausbilder:in, Betriebsrat oder Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV). Bei schwerwiegenden Konflikten helfen IHK/HWK, die Agentur für Arbeit oder Schlichtungsstellen. Warte nicht zu lange – früh ansprechen ist meist am besten.

Gehalt & Finanzierung

Ausbildungsvergütung, Mindestlohn für Azubis und finanzielle Unterstützung während der Ausbildung.

Wie viel verdiene ich in der Ausbildung?

Die Höhe hängt von Beruf, Branche, Region und Tarifvertrag ab. Es gibt eine gesetzliche Mindestausbildungsvergütung, die jährlich angepasst wird. Tarifverträge können höhere Beträge vorsehen. In der Stellenanzeige oder im Vertrag findest du die konkrete Vergütung.

Was ist die Mindestausbildungsvergütung?

Seit 2020 gilt in Deutschland eine gesetzliche Untergrenze für die Ausbildungsvergütung. Sie steigt jährlich und gilt für alle dualen Ausbildungen, sofern kein höherer Tarifvertrag greift. Aktuelle Beträge veröffentlicht das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Welche finanzielle Hilfe gibt es während der Ausbildung?

Je nach Situation können Berufsausbildungsbeihilfe (BAB), Wohngeld, Kindergeld oder in manchen Fällen Schüler-BAföG helfen. Voraussetzungen und Anträge laufen über die Agentur für Arbeit oder das zuständige Amt – informiere dich frühzeitig.

Darf ich während der Ausbildung einen Nebenjob machen?

Ja, grundsätzlich möglich – du musst deinen Ausbildungsbetrieb informieren. Der Betrieb kann widersprechen, wenn der Nebenjob gefährlich ist oder ein Konkurrenzunternehmen betrifft. Achte darauf, dass du nicht überlastet wirst.

Berufsschule & Alltag

Anmeldung, Freistellung an Berufsschultagen und der Alltag zwischen Betrieb und Schule.

Wie melde ich mich an der Berufsschule an?

In der Regel meldet dich der Ausbildungsbetrieb an. Manche Schulen verlangen zusätzlich Unterlagen wie Ausbildungsvertrag, Zeugnis und Passfoto. Informationen findest du auf der Website deiner zuständigen Berufsschule.

Muss ich an Berufsschultagen im Betrieb arbeiten?

Vor Berufsschulunterricht ab 9 Uhr darfst du nicht beschäftigt werden. An Tagen mit mindestens fünf Unterrichtsstunden wirst du unter Anrechnung der durchschnittlichen Ausbildungszeit freigestellt. Bei Blockunterricht von mindestens 25 Stunden in der Woche bist du komplett frei.

Was ist ein Berichtsheft?

Im Berichtsheft (Ausbildungsnachweis) dokumentierst du regelmäßig, was du im Betrieb und in der Berufsschule gelernt hast. Es ist Pflicht und wird von Ausbilder:in und Berufsschule kontrolliert. Viele Betriebe nutzen heute auch digitale Lösungen.

Was ist eine Einstiegsqualifizierung (EQ)?

Die EQ ist eine Maßnahme für Jugendliche ohne konkreten Ausbildungsplatz. Über mehrere Wochen oder Monate absolvierst du Praktika in verschiedenen Bereichen, um Berufe kennenzulernen und deine Berufswahl zu erleichtern.

Prüfungen & Abschluss

Zwischen- und Abschlussprüfung, Wiederholung, Verkürzung und Nachteilsausgleich.

Was ist der Unterschied zwischen Zwischen- und Abschlussprüfung?

Die Zwischenprüfung findet etwa in der Mitte der Ausbildung statt und zeigt den Lernstand. Die Abschlussprüfung (Gesellen-, Gesellinnen- oder Fachprüfung) schließt die Ausbildung ab und führt zum anerkannten Abschluss.

Wer meldet mich zur Abschlussprüfung an?

Dein Ausbildungsbetrieb meldet dich bei der zuständigen Kammer (IHK, HWK o. Ä.) an. Du musst die Anmeldung in der Regel bestätigen. Anmeldeschluss ist oft der 1. September (Winterprüfung) bzw. 1. Februar (Sommerprüfung).

Wird meine Ausbildung für Prüfungen freigestellt?

Ja – für die Dauer der Prüfung inklusive Pausen wirst du freigestellt und erhältst weiter deine Vergütung. Für den Tag vor einer schriftlichen Abschlussprüfung besteht zusätzlich Freistellungsanspruch, sofern ein Arbeitstag unmittelbar davor liegt.

Was passiert, wenn ich die Prüfung nicht bestehe?

Die Abschlussprüfung kann in der Regel zweimal wiederholt werden. Auf Wunsch verlängert sich das Ausbildungsverhältnis bis zur nächsten Wiederholungsprüfung – höchstens um ein Jahr. Eine Wiederholung ist auch ohne laufendes Ausbildungsverhältnis möglich.

Kann ich meine Ausbildung verkürzen?

Ja – durch gute Leistungen, relevante Vorbildung, höheren Schulabschluss oder Verkürzung im Vertrag. Möglich sind Vertragsverkürzung oder vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung. Sprich frühzeitig mit Betrieb, Berufsschule und Kammer.

Gibt es Nachteilsausgleich bei Prüfungen?

Ja. Menschen mit Behinderung oder dauerhaften Einschränkungen können Nachteilsausgleich beantragen – etwa mehr Prüfungszeit, Hilfsmittel oder Gebärdensprachdolmetschen. Wende dich rechtzeitig vor der Prüfung an die zuständige Kammer.

Kann ich während der Ausbildung ins Ausland?

Ja. Das Berufsbildungsgesetz erlaubt, einen Teil der Ausbildung im Ausland zu absolvieren. Der Auslandsaufenthalt gilt als integraler Bestandteil der Ausbildung. Sprich die Planung frühzeitig mit deinem Betrieb ab.

Karriere & Perspektiven

Was nach der Ausbildung möglich ist – Weiterbildung, Studium und zweite Ausbildung.

Was kann ich nach der Ausbildung machen?

Viele Azubis werden vom Ausbildungsbetrieb übernommen. Alternativ kannst du dich bewerben, dich weiterbilden (Meister, Techniker, Fachwirt) oder unter bestimmten Voraussetzungen studieren. Der Abschluss ist eine solide Basis für viele Karrierewege.

Kann ich nach der Ausbildung studieren?

Ja. Mit Abitur, Fachabitur oder – je nach Bundesland und Studiengang – auch mit abgeschlossener Ausbildung und Berufserfahrung ist ein Studium möglich. Informiere dich bei den Hochschulen über die Zugangsvoraussetzungen.

Kann ich eine zweite Ausbildung machen?

Ja, absolut. Bei einer zweiten Ausbildung in einem ähnlichen Bereich ist oft eine Verkürzung möglich. Viele wechseln bewusst den Beruf oder spezialisieren sich.

Welche Weiterbildungen gibt es nach der Ausbildung?

Typische Wege sind Meister, Techniker, Fachwirt, Betriebswirt oder Fachschulabschlüsse. Welche Optionen es gibt, hängt vom Beruf ab. Auf Go-Ausbildung findest du unter Berufe Informationen zu vielen Ausbildungsberufen und Karrieremöglichkeiten.

Fragen zu Go-Ausbildung

Go-Ausbildung ist ein spezialisiertes Portal für Ausbildungsplätze in Deutschland – mit Website, iOS- und Android-App sowie KI-gestützter Suche.

Ist Go-Ausbildung kostenlos für Ausbildungssuchende?

Ja. Die Suche nach Ausbildungsplätzen, das Erstellen eines Profils und die Bewerbung sind für Azubis kostenlos. Du kannst die Plattform im Browser oder in der App für iOS und Android nutzen.

Gibt es eine App für die Ausbildungssuche?

Ja. Go-Ausbildung ist als Website sowie als App für iOS und Android verfügbar. So kannst du unterwegs suchen, Stellen speichern und Benachrichtigungen erhalten.

Wie funktioniert die Suche auf Go-Ausbildung?

Mit KI-gestützter Suche und intelligenten Filtern findest du Ausbildungen nach Beruf, Ort oder Interessen. Personalisierte Empfehlungen zeigen dir außerdem passende Angebote basierend auf deinem Profil.

Wie bewerbe ich mich über Go-Ausbildung?

Erstelle ein kostenloses Konto, vervollständige dein Profil und bewirb dich direkt auf der Plattform – ohne zu externen Karriereseiten weitergeleitet zu werden. Deine Bewerbungen kannst du zentral verwalten.

Was kostet Go-Ausbildung für Arbeitgeber?

Arbeitgeber legen kostenlos ein Konto an und erstellen Anzeigen als Entwurf. Kosten entstehen erst bei Beauftragung – mit monatlich kündbaren Paketen. Details findest du auf der Seite Für Arbeitgeber.

Weiter mit deiner Ausbildungssuche

Du hast die wichtigsten Infos – als Nächstes passende Ausbildungsplätze finden und bewerben.