Ratgeber · Ausbildung 2026

Ausbildung in Deutschland – der komplette Überblick 2026

Eine Ausbildung in Deutschland verbindet Praxis im Betrieb mit Unterricht in der Berufsschule – und wird vergütet. Dieser Ratgeber erklärt Ablauf, Voraussetzungen, Gehalt, Bewerbung und was für Bewerberinnen und Bewerber aus dem Ausland gilt.

Vergütet2–3,5 Jahre300+ Berufe
Deutsche Innenstadt – Start in die Ausbildung in Deutschland
Foto: Unsplash
300+
Anerkannte Berufe
2–3,5 J.
Typische Dauer
724 €+
Mindestvergütung Jahr 1 (2026)

Einleitung

Jedes Jahr beginnen Hunderttausende eine duale Ausbildung. Statt nur in der Schule oder Hochschule zu sitzen, arbeitest du den Großteil der Woche in einem Betrieb, verdienst von Anfang an Geld und gehst zusätzlich zur Berufsschule.

Der Weg steht Schulabgängerinnen und Schulabgängern offen – mit und ohne Abitur, aus Deutschland und aus dem Ausland. Du brauchst keinen Studienplatz. Wichtig sind ein Schulabschluss, ausreichend Deutsch und ein Ausbildungsvertrag. Wer nicht aus der EU, dem EWR oder der Schweiz kommt, benötigt außerdem den passenden Aufenthaltstitel.

  • Du lernst parallel im Betrieb und in der Berufsschule.
  • In der dualen Ausbildung verdienst du ab dem ersten Monat.
  • Der Abschluss ist staatlich anerkannt und bundesweit gültig.
  • Aus Drittstaaten ist ein Visum zur Berufsausbildung möglich – mit Vertrag.

Stand 2026: Vergütung, Visum und Lebenshaltungskosten ändern sich regelmäßig. Prüfe aktuelle Angaben bei Make it in Germany und – bei Bewerbung aus dem Ausland – bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung. Die englische Fassung findest du unter Ausbildung in Germany.

Was ist eine Ausbildung in Deutschland?

Eine Ausbildung ist ein geregelter Berufseinstieg: Du schließt einen Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen, wirst bei der zuständigen Kammer (zum Beispiel IHK oder HWK) eingetragen und lernst einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf.

In Deutschland gibt es über 300 anerkannte Berufe – von Pflege und Gastronomie über IT, Logistik und Handwerk bis zu kaufmännischen Tätigkeiten. Am Ende steht eine Prüfung. Der Abschluss gilt bundesweit. Viele Azubis werden übernommen, andere wechseln den Betrieb oder bilden sich weiter.

Im Vergleich zu einem reinen Schulbesuch oder Studium ist die Ausbildung praxisnah, vergütet und klar strukturiert: Ausbildungsordnung, Berichtsheft und Abschlussprüfung sind gesetzlich geregelt.

Wie funktioniert die Ausbildung?

Im häufigsten Modell – der dualen Ausbildung – teilst du die Woche zwischen Betrieb und Berufsschule. Typisch sind drei bis vier Tage im Unternehmen und ein bis zwei Tage Schule. Manche Klassen lernen im Blockunterricht mehrere Wochen am Stück.

  1. 1

    Ausbildungsvertrag unterschreiben

    Betrieb, du (und bei Minderjährigen die Erziehungsberechtigten) unterzeichnen den Vertrag. Die Kammer trägt ihn ein.

  2. 2

    Im Betrieb mitarbeiten

    Du übernimmst echte Aufgaben, wirst von Ausbilderinnen und Ausbildern angeleitet und dokumentierst den Lernstand im Berichtsheft.

  3. 3

    Zur Berufsschule gehen

    Theorie, Allgemeinbildung und Fachwissen kommen in der Schule. Der Unterricht ist fast immer auf Deutsch.

  4. 4

    Prüfungen bestehen

    Die Zwischenprüfung zeigt den Stand. Die Abschlussprüfung (schriftlich und praktisch oder mündlich) führt zum Berufsabschluss.

Praxisnahe Ausbildung in der Werkstatt
Foto: Unsplash

Du führst ein Berichtsheft, hast Anspruch auf bezahlten Urlaub und bist in der Regel sozialversichert. Für Minderjährige gelten strengere Arbeitszeiten. Werkzeuge und Arbeitskleidung für den Betrieb stellt der Ausbildungsbetrieb; Schulmaterial kaufst du meist selbst.

Arten der Ausbildung in Deutschland

Nicht jedes Angebot ist gleich aufgebaut. Das Modell entscheidet über Vergütung, Alltag und – bei Bewerbung aus Drittstaaten – über den Finanzierungsnachweis für das Visum.

Duale Ausbildung

Das Klassik-Modell: bezahlte Arbeit im Betrieb plus Berufsschule. Genau das meinen die meisten, wenn sie von Ausbildung in Deutschland sprechen.

Schulische Ausbildung

Schwerpunkt Berufsfachschule, ergänzt um Praktika. Häufig in Pflegehilfe, Sozialem oder Gestaltung. Oft ohne Vergütung – fürs Visum strenger.

Duales Studium

Bachelor plus Praxisphasen im Unternehmen. Das ist kein klassischer Ausbildungsberuf: Du brauchst Hochschulzugang und bewirbst dich bei Hochschule und Betrieb.

Einstiegsqualifizierung (EQ)

Bezahltes Praktikum als Brücke, wenn noch kein Vertrag da ist. Gut zum Deutschüben und um einen Betrieb zu überzeugen.

Wie lange dauert eine Ausbildung?

Die meisten dualen Ausbildungen dauern zwei bis dreieinhalb Jahre. Zwei Jahre sind typisch im Handel oder bei manchen Helferberufen. Drei Jahre sind der Standard in vielen technischen, kaufmännischen und IT-Berufen. Die Pflege dauert in der Regel drei Jahre, einzelne Handwerksberufe dreieinhalb.

Gute Leistungen, passende Vorbildung oder ein höherer Schulabschluss können die Zeit verkürzen – in Absprache mit Betrieb und Kammer, nicht automatisch. Die Abschlussprüfung darfst du in der Regel zweimal wiederholen; der Vertrag kann sich dabei um höchstens ein Jahr verlängern.

Wer kann sich für eine Ausbildung bewerben?

Grundsätzlich kann sich bewerben, wer die Schulpflicht erfüllt hat. Es gibt keine bundesweite Aufnahmeprüfung und kein Studium als Voraussetzung. Entscheiden tut der Ausbildungsbetrieb.

  • Schulabgängerinnen und Schulabgänger aus Deutschland und mit vergleichbarem Abschluss aus dem Ausland.
  • Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger, die einen anerkannten Beruf statt (oder nach) dem Studium wollen.
  • EU-/EWR-/Schweiz-Staatsangehörige ohne Ausbildungsvisum.
  • Drittstaatsangehörige mit B1-Deutsch und einem ausbildungsbereiten Betrieb.
  • Menschen ohne Hochschulabschluss – ein Studium ist keine Voraussetzung.

In Deutschland bewerben sich viele bereits ein Jahr vor dem Schulabschluss. Aus dem Ausland solltest du mehr Vorlauf einplanen: Sprachzertifikat, Übersetzungen und Visumstermin dauern oft mehrere Monate.

Voraussetzungen für eine Ausbildung in Deutschland

Betriebe setzen eigene Filter. Fast immer zählen Deutsch, Schulabschluss und Motivation. Für ein Visum brauchst du zusätzlich einen unterschriebenen Vertrag und den Nachweis, dass du deinen Lebensunterhalt decken kannst.

Deutschkenntnisse

Berufsschule und Arbeitsalltag laufen auf Deutsch. Für eine Aufenthaltserlaubnis zur qualifizierten Berufsausbildung (§ 16a AufenthG) verlangen die Behörden in der Regel Niveau B1 (GER), nachgewiesen mit einem anerkannten Zertifikat (zum Beispiel Goethe-Institut, telc oder ÖSD).

Viele Unternehmen – vor allem in Pflege, Kita und im direkten Kundenkontakt – erwarten B2, weil Fachsprache in der Schule anspruchsvoller ist als Alltagssprache. In der IT oder in manchen Industriebetrieben reicht manchmal B1 plus gutes Englisch; B2 bleibt trotzdem sinnvoll.

Tipp: Fang früh mit Deutsch an. Von Null auf B1 dauert intensiver Unterricht oft sechs bis neun Monate. Warte nicht auf die Zusage des Betriebs.

Schulabschluss

Es gibt keinen einheitlichen Pflichtabschluss für alle Berufe. Was zählt, steht in der Stellenanzeige:

  • Hauptschulabschluss reicht oft im Handwerk, in Logistik, Gastronomie und Teilen des Einzelhandels.
  • Realschulabschluss ist üblich für Büro, IT, Mechatronik und gefragte kaufmännische Berufe.
  • Abitur / Fachabitur hilft bei sehr beliebten Plätzen und erleichtert später ein Studium.

Ausländische Zeugnisse brauchen in der Regel eine beglaubigte deutsche Übersetzung. Manche Behörden verlangen zusätzlich eine Bewertung der Gleichwertigkeit (zum Beispiel über die ZAB).

Altersgrenzen

Starten kannst du nach Ende der Schulpflicht – oft ab etwa 16 Jahren. Für die duale Ausbildung selbst gibt es kein gesetzliches Höchstalter. Allein wegen des Alters darf dich ein Betrieb nicht ablehnen.

Beim Visum ist die Praxis enger: Ein Visum zur Suche eines Ausbildungsplatzes (§ 17 AufenthG) gilt nur für Personen unter 35. Mit bereits unterschriebenem Vertrag können auch ältere Bewerberinnen und Bewerber Erfolg haben; ab Anfang 30 fragen Konsulate häufiger nach der beruflichen Motivation.

Ausbildungsvergütung in Deutschland

Die duale Ausbildung ist bezahlt. Für Verträge mit Beginn in 2026 gelten nach dem Berufsbildungsgesetz diese monatlichen Mindestbeträge (brutto):

AusbildungsjahrGesetzliche Mindestvergütung (Start 2026)
1. Jahr724 €
2. Jahr854 €
3. Jahr977 €
4. Jahr (falls vorgesehen)1.014 €

Tarifverträge liegen oft darüber. In der Pflege nach TVöD starten viele Azubis deutlich über 1.300 Euro. Industrie und IT zahlen im ersten Jahr häufig rund 1.000–1.200 Euro. Schulische Ausbildungen sind meist unbezahlt – deshalb prüfen Auslandsvertretungen dort den Lebensunterhalt strenger.

Ab dem zweiten Jahr steigt die Vergütung. Nach dem Abschluss liegen die Gehälter in Engpassberufen wie Pflege oder IT oft um ein Vielfaches höher.

Lebenshaltungskosten während der Ausbildung

Das erste Ausbildungsjahr reicht selten für ein Leben wie nach der Gesellenprüfung. Plane ein realistisches Budget – vor allem, wenn du umziehst und nicht bei der Familie wohnst.

Typische MonatskostenUngefähre Spanne (2026)
WG-Zimmer350–750 €, stark abhängig von der Stadt
Essen und Haushalt200–320 €
Mobilität30–80 € mit Azubi-Ermäßigung
Handy, Freizeit, Rücklagen80–150 €
KrankenversicherungMeist über die Lohnabrechnung, sobald du sozialversichert bist

Eine WG in einer kleineren Stadt ist deutlich günstiger als München, Frankfurt oder Hamburg. Viele Regionen bieten vergünstigte Azubi-Tickets. Wer wenig verdient und nicht bei den Eltern wohnt, kann Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) oder Wohngeld prüfen – bei der Agentur für Arbeit bzw. dem zuständigen Amt.

Für das Visum gilt 2026: Liegt die duale Vergütung bei mindestens 1.048 Euro brutto / 822 Euro netto, gilt der Lebensunterhalt in der Regel als gesichert. Liegt sie darunter, kannst du die Differenz mit Sperrkonto oder Verpflichtungserklärung ausgleichen. Bei schulischer Ausbildung sind oft rund 959 Euro netto im Monat nachzuweisen.

Können Ausländer eine Ausbildung in Deutschland machen?

Ja. Bürgerinnen und Bürger der EU, des EWR und der Schweiz können ohne Visum einreisen und eine Ausbildung beginnen. Alle anderen brauchen in der Regel einen Ausbildungsvertrag (oder in manchen Fällen ein Visum zur Suche) und eine Aufenthaltserlaubnis zur Berufsausbildung.

In Pflege, Hotellerie, Handwerk, Logistik und manchen Technikberufen suchen Betriebe aktiv Azubis. Wer B1/B2 Deutsch und vollständige Unterlagen mitbringt, hat realistische Chancen. Der Anteil internationaler Auszubildender ist in den letzten Jahren gestiegen.

  • Du bewirbst dich direkt beim Betrieb – es gibt keine zentrale Verlosung.
  • Der Betrieb trägt den Vertrag bei der Kammer ein.
  • Die Bundesagentur für Arbeit prüft intern, ob die Bedingungen denen deutscher Azubis entsprechen.
  • Neben einer qualifizierten Ausbildung darfst du in der Regel bis zu 20 Stunden pro Woche zusätzlich arbeiten.

Visum für die Ausbildung in Deutschland

Bewerberinnen und Bewerber aus Drittstaaten beantragen meist ein Visum zur Berufsausbildung nach § 16a AufenthG bei der deutschen Botschaft oder dem Konsulat im Wohnsitzland – möglichst über das Konsularportal des Auswärtigen Amts. Die Bearbeitung dauert oft mehrere Wochen bis Monate.

Visum mit unterschriebenem Ausbildungsvertrag

Das ist der Standardweg. Du hast bereits einen Vertrag. Typisch sind B1-Deutsch, Nachweis des Lebensunterhalts (Vergütung und/oder Sperrkonto), Krankenversicherung für die Einreise und Schulzeugnisse.

Visum zur Suche eines Ausbildungsplatzes

Nach § 17 AufenthG kannst du bis zu neun Monate einreisen, um dich zu bewerben – wenn du unter 35 bist, eine Hochschulzugangsberechtigung (oder einen Abschluss einer deutschen Auslandsschule) hast, B1 Deutsch sprichst und den Aufenthalt finanzieren kannst (Stand 2026 rund 1.091 Euro pro Monat auf einem Sperrkonto). Du darfst bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten und kurze Probearbeiten machen.

Nach der Einreise stellt die Ausländerbehörde die Aufenthaltserlaubnis für die Dauer der Ausbildung aus. Manche Betriebe können ein beschleunigtes Fachkräfteverfahren nach § 81a beantragen.

Wichtig: Die Checklisten unterscheiden sich je Botschaft. Nutze die offizielle Liste deiner Auslandsvertretung. Buche erst Flüge, wenn das Visum erteilt ist.

Gute Ausbildungsberufe für internationale Bewerber

Was „passt“, hängt von Sprache, Wohnort und Ziel ab. International oft erfolgreicher sind Berufe mit Fachkräftemangel, klaren Bewerbungsverfahren und Betrieben, die Visa-Themen kennen.

  • Pflegefachmann/-frau – hoher Bedarf, oft überdurchschnittliche Vergütung, B2-Deutsch üblich.
  • Hotel und Gastronomie – viele Stellen, Alltagssprache, Saisonbetriebe in Tourismusregionen.
  • Fachinformatiker/in – gute Gehälter danach; mancherorts reicht B1 plus Englisch.
  • Mechatronik, Elektronik, Handwerk – Engpässe außerhalb der Großstädte, oft mit Unterstützung bei der Wohnung.
  • Logistik und Berufskraftfahrer/in – strukturierte Programme und bundesweite Arbeitgeber.
  • Büromanagement und Einzelhandel – viele Plätze, in Metropolen aber mehr Konkurrenz.

In der Pflege ist B2 plus Gesundheitscheck üblich. Hotellerie und Küche können ein Einstieg sein, während dein Deutsch noch wächst. IT ist auf dem Papier kompetitiv, passt aber, wenn du schon programmierst. Rein schulische Wege lohnen sich nur, wenn du den Lebensunterhalt ohne Ausbildungsvergütung nachweisen kannst.

Beliebte Ausbildungsberufe

Diese Berufe tauchen häufig in Suchen und auf Ausbildungsportalen auf. Das Angebot schwankt nach Region und Saison – prüfe immer aktuelle Stellen.

Pflegefachmann / Pflegefachfrau

Pflegefachmann / Pflegefachfrau

Drei Jahre in Klinik oder Pflegeheim. Starke Nachfrage, tarifliche Vergütung über dem gesetzlichen Minimum, B2 erwartet.

Fachinformatiker/in

Fachinformatiker/in

Anwendungsentwicklung oder Systemintegration. Programmieren, Support und Projekte – attraktive Gehälter nach dem Abschluss.

Hotelfachmann / Hotelfachfrau

Hotelfachmann / Hotelfachfrau

Rezeption, Events und Gästeservice. Häufiger Einstieg für internationale Bewerberinnen und Bewerber mit gutem Gesprächsdeutsch.

Kfz-Mechatroniker/in

Kfz-Mechatroniker/in

Diagnose und Reparatur in der Werkstatt. Praxisnah und gefragt, wenn du lieber schraubst als am Schreibtisch sitzt.

Koch / Köchin

Koch / Köchin

Küche in Restaurant oder Hotel. Körperlich fordernd, Fähigkeiten, die du international mitnehmen kannst.

Kaufmann/-frau für Büromanagement

Kaufmann/-frau für Büromanagement

Organisation, Schriftverkehr und Buchhaltung. Braucht sicheres Schriftdeutsch; Stellen in fast jeder Branche.

Mehr Berufe findest du auf der Seite beliebte Ausbildungsberufe oder in der Suche nach Ausbildung 2026.

So findest du einen Ausbildungsplatz

Stellen veröffentlichen Betriebe, Kammern, die Agentur für Arbeit und spezialisierte Portale. Starte 6–12 Monate vor dem Wunschtermin. Die meisten Ausbildungen beginnen am 1. August oder 1. September.

  1. 1

    Beruf und Region festlegen

    Wähle zwei bis drei Berufsbezeichnungen und mehrere Städte oder Bundesländer. In Engpassregionen (Osten, kleinere Städte) kommen Antworten oft schneller als in München oder Hamburg.

  2. 2

    Spezialisierte Portale nutzen

    Suche auf Go-Ausbildung, bei der Agentur für Arbeit und auf Kammerseiten. Stell dir Benachrichtigungen für Starts 2026 und 2027 ein.

  3. 3

    Betriebe direkt anschreiben

    Bildet ein Unternehmen aus, ohne aktuelle Anzeige? Eine kurze Mail auf Deutsch mit Lebenslauf kann vor allem im Handwerk und in der Gastronomie helfen.

  4. 4

    Gespräche vorbereiten

    Erwarte Fragen zu Motivation, Deutsch und Umzug. Probearbeiten ist üblich.

Auf Go-Ausbildung filterst du nach Beruf, Stadt und Startjahr, speicherst Angebote und bewirbst dich direkt – ohne Umweg über fremde Karriereseiten. Ein vollständiges Profil hilft auch, dass Betriebe dich finden.

So bewirbst du dich um eine Ausbildung

Deutsche Bewerbungen sind formeller als in vielen anderen Ländern. Schreib auf Deutsch, außer die Anzeige erlaubt ausdrücklich Englisch. Dateien als PDF, klar benannt (zum Beispiel Nachname_Lebenslauf.pdf).

  1. 1

    Anschreiben anpassen

    Eine Seite, auf Deutsch, mit Beruf, Unternehmen und warum du passt. Standardtexte erkennt man sofort.

  2. 2

    Klaren Lebenslauf schicken

    Tabellarisch, antichronologisch, Foto freiwillig. Sprachlevel (B1/B2) und Praktika nicht vergessen.

  3. 3

    Zeugnisse anhängen

    Schulabschluss, Übersetzungen, Sprachzertifikat. Dateien klein halten (wenige MB).

  4. 4

    Nachfassen und zum Gespräch gehen

    Nach zwei Wochen ohne Antwort ist eine höfliche Nachfrage in Ordnung. Sag ehrlich, wie lange ein Visum dauert, wenn du im Ausland bist.

Bewerberinnen und Bewerber bereiten Unterlagen für die Ausbildung vor
Foto: Unsplash

Auf Go-Ausbildung kannst du den Lebenslauf mit KI prüfen, ein Anschreiben erstellen und das Vorstellungsgespräch üben.

Welche Unterlagen du brauchst

Plane zwei Mappen: eine für Betriebe, eine für das Visum. Vieles überschneidet sich, Botschaften wollen aber oft Originale, Übersetzungen und Extra-Formulare.

UnterlageFür den BetriebFür das Visum
ReisepassKopie oft ausreichendOriginal, lange gültig über den Aufenthalt hinaus
LebenslaufPflicht, auf DeutschMeist ebenfalls nötig
AnschreibenPflichtMotivationsschreiben oft verlangt
SchulzeugnisseKopien plus ÜbersetzungOriginale, Übersetzung, ggf. Apostille/ZAB
Deutschzertifikat (B1/B2)Sehr empfohlenIn der Regel Pflicht (B1)
AusbildungsvertragKommt nach der ZusageUnterschriebener Vertrag
FinanzierungsnachweisNicht nötigVergütungsbestätigung und/oder Sperrkonto
KrankenversicherungWird nach Start geregeltReise-/Einreiseschutz, danach gesetzliche KV
Biometrische FotosOptional im LebenslaufPflicht

Was kommt nach der Ausbildung?

Mit bestandener Kammer- oder Berufsprüfung bist du Fachkraft in diesem Beruf. Typische nächste Schritte:

  • Übernahme – viele Betriebe bieten einen Anschlussvertrag.
  • Wechsel – der Abschluss gilt bundesweit.
  • Weiterbildung – Meister, Techniker, Fachwirt oder Spezialisierungen.
  • Studium – mit Abitur oder in vielen Ländern nach Ausbildung plus Berufspraxis.

Nach einer erfolgreichen qualifizierten Ausbildung können Drittstaatsangehörige in der Regel bis zu 18 Monate bleiben, um eine passende Stelle zu suchen (§ 20 AufenthG) – in dieser Zeit mit Arbeitserlaubnis. Nach zwei Jahren qualifizierter Beschäftigung in Deutschland kann unter weiteren Voraussetzungen eine Niederlassungserlaubnis möglich sein.

Ausbildung oder Studium in Deutschland?

Kein Weg ist pauschal besser. Die Ausbildung ist vergütet, praxisnah und berufsbezogen. Das Studium dauert länger, ist theoretischer und während des Bachelor oft unbezahlt. Manche Berufe (Medizin, Jura, Lehramt) setzen ein Studium voraus – viele andere nicht.

ThemaAusbildungStudium
DauerMeist 2–3,5 JahreBachelor oft 3 Jahre, optional Master
EinkommenVergütung ab Tag einsSelten bezahlt; BAföG, Familie oder Nebenjob
LernenÜberwiegend Praxis, plus SchulblöckeÜberwiegend Theorie, dazu Praktika
SpracheDeutsch in Betrieb und BerufsschuleManche Studiengänge auf Englisch; Alltag trotzdem Deutsch
AbschlussAnerkannter AusbildungsberufBachelor, Master oder Staatsexamen
Aufenthalt danach18 Monate zur Jobsuche als Fachkraft18 Monate Jobsuche nach deutschem Abschluss

Ein duales Studium kombiniert Hochschule und Betrieb. Du kannst auch erst die Ausbildung machen und später studieren. Ausführlicher Vergleich: Ausbildung oder Studium?

Häufige Fragen

Ist eine Ausbildung in Deutschland kostenlos?

Die duale Ausbildung erhebt kein Schulgeld. Du erhältst eine Vergütung. Wohnen, Essen, Fahrt und meist Schulmaterial zahlst du selbst. Schulische Ausbildungen können Gebühren haben und sind oft unbezahlt.

Geht eine Ausbildung ohne Deutsch?

Praktisch nein. Für das Visum ist meist B1 nötig, die Berufsschule unterrichtet auf Deutsch. Für Pflege und Kundenberufe solltest du B2 anstreben.

Brauche ich ein Studium für die Ausbildung?

Nein. Die Ausbildung ist eine Alternative zum Studium, kein Aufbaukurs. Betriebe schauen auf den Schulabschluss, nicht auf einen Hochschulabschluss.

Wie viel verdient man 2026 in der Ausbildung?

Die gesetzliche Untergrenze für duale Verträge mit Start 2026 liegt bei 724 € im ersten, 854 € im zweiten, 977 € im dritten und 1.014 € im vierten Jahr. Viele tarifgebundene Betriebe zahlen mehr.

Kann ich meine Familie während der Ausbildung nachholen?

Familiennachzug während der Ausbildung ist nur eingeschränkt möglich und hängt von Einkommen, Wohnung und Aufenthaltstitel ab. Plane zunächst allein und kläre deinen Fall bei der Botschaft.

Wann beginnen Ausbildungen?

Meist am 1. August oder 1. September. Manche Betriebe stellen auch im Frühjahr ein. Bewirb dich viele Monate im Voraus, besonders aus dem Ausland.

Gibt es eine Altersgrenze?

Für die duale Ausbildung selbst nicht. Ein Visum zur Suche eines Platzes ist auf unter 35 Jahre begrenzt. Mit unterschriebenem Vertrag können auch ältere Bewerberinnen und Bewerber ein Visum bekommen, sollten den Berufsweg aber klar begründen.

Was, wenn die Vergütung unter der Visum-Grenze liegt?

Die Differenz kannst du oft mit Sperrkonto oder Verpflichtungserklärung ausgleichen. Frag die Botschaft, welchen Nachweis sie akzeptiert.

Kann ich nach dem Abschluss in Deutschland bleiben?

Ja. Nach erfolgreicher qualifizierter Ausbildung ist in der Regel eine 18-monatige Aufenthaltserlaubnis zur Jobsuche möglich, danach ein Wechsel in die Erwerbstätigkeit. Eine Niederlassungserlaubnis kann nach zwei Jahren qualifizierter Arbeit folgen, wenn die übrigen Bedingungen erfüllt sind.

Wo finde ich aktuelle Ausbildungsstellen?

Auf Go-Ausbildung nach Beruf und Ort suchen, kostenloses Profil anlegen und direkt bewerben. Ergänzend lohnen sich die Agentur für Arbeit und die Seiten der Kammern.

Wenn dir unsere Tipps helfen: füge Go Ausbildung als bevorzugte Quelle in Google hinzu. Dann siehst du uns öfter in den Suchergebnissen.